Dienstag, 19. Januar 2016

Rezension: Ausgerechnet Kabul




Ausgerechnet Kabul
13 Geschichten vom Leben im Krieg
Verlag: dva
Autorin: Ronja von Wurmb-Seibel
Seiten: 256
17,99€
gebundene Ausgabe


Klappentext:
Ronja von Wurmb-Seibel ist 27 Jahre alt, als sie nach Kabul zieht. Die junge Reporterin hat sich vorgenommen, Afghanistan nach Geschichten zu durchstöbern, die anderes erzählen als Burka, Taliban und Bundeswehr.
Sie findet Geschichten zum Staunen und erlebt Momente zum Verzweifeln. »Ich kann den Krieg beobachten, ich kann versuchen, ihn zu beschreiben; aber ich habe keine Ahnung davon, wie es ist, im Krieg zu leben«, heißt es in Ausgerechnet Kabul. »Und ich glaube immer weniger daran, dass wir Deutschen beurteilen können, was unser Krieg am Hindukusch gebracht hat. Ich denke, es gibt bessere Experten für diese Frage: die neunjährige Madina etwa, die jeden Tag vor dem NATO-Hauptquartier in Kabul bunte Armbänder verkauft; oder Kommandeur Hakimi, dem die Leute unter der Hand wegsterben, seit die Bundeswehr aus Faizabad abgezogen ist und die Aufständischen an Macht gewinnen.« Ronja von Wurmb-Seibels Buch ist eine Hommage an den Lebensmut der Afghanen, ein Plädoyer gegen den Krieg – und eine ungewöhnliche Bilanz des deutschen Afghanistan-Einsatzes.



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Meinung:
Anfangs war ich etwas enttäuscht, da ich angenommen hatte, dass die 13 Geschichten von 13 verschiedenen Personen handelt, über ihr Leben, Arbeiten,... während dem Krieg. Aber da lag ich wohl falsch, denn die Geschichten sind von der Autorin selbst. Was aber dann gar nicht so schlecht war. Außerdem hatte ich erwartet zu erfahren, was die Menschen dort alles mitmachen müssen, eben die negativen Seiten vom Krieg. (Ich will  damit nicht behaupten, dass der Krieg positive Seiten hätte)
Aber auch das kam völlig anders, denn Ronj von Wurmb-Seibel, erzählt rührende Geschichten, dass man sich auch über die kleinen Dinge im Leben freuen kann. Denn obwohl Kabul einer der gefährlichsten Städte ist, können die Leute auch 'glücklich' sein, sie schätzen die kleinen Dinge im Leben. 

Was mir besonders gefallen hat, ist dass die Autorin selbst eine zeit lang in Kabul gelebt und gearbeitet hat. Sie interessiert sich ernsthaft für die Einheimischen und das Leben in Afghanistan. Sie lernt ihre Sprache und versucht sie zu integrieren. Was deutlich leichter war, wie ich es gedacht hatte. Außerdem berichtet sie dem Leser auch die schönen Seiten von Afghanistan, sie erzählt, dass ihr die Landschaft dort unglaublich gut gefällt,... Sie will dem Leser das Land näher bringen und versucht die Angst vor den dortigen Zuständen zu nehmen. (Sie hat wirklich recht mit der tollen Landschaft, ich musste Afghanistan gleich mal googlen und es sieht dort wirklich traumhaft aus.)
Denn Afghanistan ist nicht nur schlecht, hässlich und chaotisch, Ronja von Wurmb-Seibel zeigt, dass man auch trotz Krieg schöne Momente haben kann, natürlich könnte jederzeit an jedem beliebigen Ort etwas passieren.

Was mir an dem Buch besonders gefallen hat, sind die Bilder und kleinen Anekdoten vor jedem Kapitel, sie sich wirklich rührend und gehen einen ans Herz.


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http://www.dieter-kloessing.de/Afghanistan-News/Afgh-Ost/13-Sairibisee-1.jpg
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